DLP 003: Company Rebuilding und Future Learning in der Transformation

D1G1TAL LEADERS Podcast – Der Personality Talk mit Vordenkern & Pionieren der Digitalen Transformation

Der D1G1TAL LEADERS Podcast ist der Personality Talk mit Vordenkern & Pionieren der Digitalen Transformation. Hier erwarten Sie spannende und wertvolle Insights aus erster Hand, wie Sie Ihr Unternehmen fit für die digitale Zukunft machen können.

In dieser Episode spreche ich mit Marc Wagner von detecon über Company Rebuilding und Future Learning. Dieser Ansatz der Etablierung einer zukunftsfähigen Innovationskultur setzt darauf, dass alles, was dafür notwendig ist, bereits in der Organisation vorhanden ist und durch Veränderungen an den Strukturen sowie entsprechende Beteiligungs- und Lernformate bestmöglich für die kundenbezogene Wertschöpfung genutzt wird. 

Wagner

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Company Rebuilding ist ein Ansatz, der darauf abzielt, Organisationen aus sich selbst heraus und mit den vorhandenen Ressourcen neu und wirksam aufzustellen. Dabei wird davon ausgegangen, dass bereits alle notwendigen Skills im Unternehmen vorhanden sind. Das Ziel von Company Rebuilding ist, ein Umfeld zu schaffen, in dem diese Potenziale freigesetzt und bestmöglich eingesetzt werden können.

Die für die Transformation notwendigen Fähigkeiten sind in den Unternehmen bereits vorhanden – wir müssen sie nur gezielt einsetzen

Die Transformation als Fähigkeit zur kontinuierlichen Veränderung muss Bestandteil der DNA des Unternehmens werden – dabei ist ein auch Verständnis von Lernen als ebenfalls kontinuierlichem Prozess unerlässlich. Beide Ebenen – Organisation und Individuum – sind daher unerlässlich für eine erfolgreiche Transformation.

Company Rebuilding schafft einen Rahmen, um die bestehenden Ressourcen bestmöglich zu nutzen

Das konkrete Vorgehen beim Company Rebuilding sieht wie folgt aus:

  1. Ausschreiben konkreter und ansprechender Challenges, auf die sich Talente bewerben. Die Challenges sind eine Art Marktplatz, um die vorhandenen Talente zu identifizieren und zusammenzubringen.
  2. Um wirksam zu sein, benötigen die aus den Talenten gebildeten Einheiten einen klaren Purpose, feste Regeln im Rahmen eines agilen Arbeitsansatzes sowie ein Konsequenzen-Management. Sie orientieren sich dabei an konkreten Kundenbedarfe und sollten eine Größe von 150 Personen („Dunbar-Number“) nicht überschreiten.

Obwohl Company Rebuilding eher für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle geeignet ist, lässt es sich auch auf die Erneuerung bestehender Geschäftsfelder oder Abteilungen anwenden. Weitere Aspekte des Company Rebuilding Ansatzes gibt es hier.

HR in seiner klassischen Form wird in Zukunft nicht mehr benötigt

In einer konsequent auf den Kundenwert orientierten Organisation sollte eine Bewertung der HR-Funktion immer an der Wertschöpfung für den Kunden stattfinden. Viele HR-Themen werden automatisiert werden, andere wieder stärker in die Organisation verlagert, insb. an die Führungskräfte. Die se sollten sich als als „People Development Leader“ mit Fragen wie Rekruitierung und Personalentwicklung  beschäftigen.

HR ist tot – es lebe der Chief Employee Experience Officer

Die zukünftige HR-Funktion konzentriert sich darauf, eine Transformations-DNA im Unternehmen zu erzeugen. Der CHRO als „Chief Employee Experience Officer“ ist der neue Sparringspartner des CEOs. Um Lernen als Teil der Transformations-DNA zu etablieren, sieht Marc Wagner folgende zentrale Kernthemen für HR:

  • Lernbereitschaft erhöhen
  • Lernfähigkeit schaffen
  • Lernumfeld schaffen

Dabei ist es wichtig, über Daten und Marktbeobachtung zukünftige Lernfelder und benötigte Qualifikationen zu erfassen und die richten Lerninhalte und -formate zur Verfügung zu stellen

Lernen ist das neue agil


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DLP 002: „lernOS“ als agile Methode für selbstorganisiertes Lernen und Arbeiten

D1G1TAL LEADERS Podcast – Der Personality Talk mit Vordenkern & Pionieren der Digitalen Transformation

Der D1G1TAL LEADERS Podcast ist der Personality Talk mit Vordenkern & Pionieren der Digitalen Transformation. Hier erwarten Sie spannende und wertvolle Insights aus erster Hand, wie Sie Ihr Unternehmen fit für die digitale Zukunft machen können.

In dieser Episode spreche ich mit Simon Dückert von cogneon über lernOS – das „Betriebssystem für die Lernende Organisation“. Als „Reisebegleiter für lernende Organisationen“ hilft Simon Unternehmen dabei, Strukturen, Methoden und Prozesse zu etablieren, um Wissen extern zu akquirieren, selbst zu entwickeln oder zu transferieren und auf dieser Grundlage nachhaltige Verhaltensänderungen vorzunehmen. Inspiriert von Peer und Social Learning-Ansätzen wie „Working Out Loud“ hat Simon mit lernOS ein Lernformat entwickelt, das in Form regelmäßiger Lern-„Sprints“ und Retrospektiven stärker auch agile Komponenten beinhaltet. Das besondere ist jedoch, dass das lernOS-Konzept mit einer Creative Commons-Lizenz allen Nutzern auch zur eigenen Weiterentwicklung frei zu Verfügung steht.

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Lernen ist entscheidend für den zukünftigen Erfolg und das Überleben von Unternehmen. Für das Lernen in Organisationen werden jedoch oftmals nur einzelne Methoden genutzt, die wenig verzahnt sind und daher meist keine nachhaltige Wirkung entfalten. lernOS bietet mit seinen 3 Ebenen Individuum – Team – Organisation daher eine ganzheitliche Sicht, um Unternehmen auf dem Weg zur lernenden Organisation zu begleiten. In der künstlichen Weltsprache Esperanto ist „lernOS“ die Zukunftsform des Verbs „Lernen“, durch die Betonung des OS („Operating System“) wird der Anspruch als Betriebssystem für die lernende Organisation deutlich.

lernOs als Trainingslager für moderne Arbeitsmethoden

Da lernOS auch agile Methoden wie bspw. Scrum oder Objectives and Key Results (OKRs) umfasst, bietet es die Möglichkeit, neue Ansätze „im Kleinen“ auszuprobieren und für die eigene Arbeit zu testen. Es beinhaltet zudem Bestandteile des Social Learning-Ansatzes Working Out Loud und der Selbstmanagement-Methode Getting Things Done.

Für alle 3 Ebenen gibt es separate Guides, die als Checklisten bei der Durchführung eines „Lernsprints“ unterstützen. Bisher ist der Guide für die individuelle Ebene, der „lernOS Leitfaden für Dich“ erschienen. Die weiteren Leitfäden für die Team- und Organisationsebene sind derzeit in Arbeit – jeder ist eingeladen, sich über alle bekannten Kanäle an der Entwicklung zu beteiligen. Zudem stehen in der lernOS-Toolbox auch zahlreiche Tool-Guides (z. B. für Expert Debriefing, BarCamps oder Community Management) zur Verfügung.

Die lernOS Canvas dient der Findung des Ziels zu Beginn des Lernsprints

Die Grundlage der Lernsprints kann durch die lernOS Canvas im Rahmen eines an Scrum angelegten Sprint Plannings erarbeitet und visualisiert werden. Dies dient dazu, sich vor dem Lernsprint die richtigen Fragen zu stellen und sich Gedanken über ein Ziel, Beziehungen, Netzwerke o. Ä. zu machen.

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Das Ziel wird dabei durch den Lerner selbst festgelegt. Die Zielsetzung erfolgt nach der OKR-Methode, sodass das Ziel einerseits deutlich motivierender beschrieben wird und andererseits deutlich flexibler ist. Je nach aktuellem Fokus können die Lernziele angepasst und nach dem Baukastenprinzip unterschiedliche Tools eingesetzt werden. Das Lernsetup der Organisation oder eines Teams kann somit individuell konfiguriert werden. Zudem werden mit Hilfe des Canvas durch die inhaltliche Ausarbeitung in Verbindung mit einer übersichtlichen Visualisierung beide Gehirnhälften angesprochen und dadurch der Lerneffekt intensiviert.

lernOS führt Techniken und Übungen anderer Ansätze gezielt zusammen

lernOS basiert auf Ansätzen wie Working Out Loud und Getting Things Done (GTD) und beeinhaltet neben methodischen Elementen des agilen Arbeitens Übungen aus den WOL Guides von John Stepper, die von vielen Teilnehmern als besonders relevant erachtet wurden. Aus der GTD-Methodik von David Allen greift lernOS gezielt Lern- und Selbstmanagement-Techniken auf, die den Teilnehmern helfen, sowohl den einzelnen Lernsprint als auch sich selbst langfristig besser zu organisieren und dadurch nachhaltig produktiver zu werden.

Die Lernsprints können sowohl allein als auch, ähnlich wie bei Working Out Loud, in der Gruppe absolviert werden. Dies ist empfehlenswert, um die Kraft des Netzwerks für die Erreichung der eigenen Ziele zu nutzen und vom gegenseitigen Austausch zu profitieren.

Vor der Einführung den „Lernpuls der Organisation“ fühlen

Für den Test und die Einführung von lernOS im Unternehmen empfiehlt es sich, gemeinsam mit einem Netzwerk von Freiwilligen in der Organisation erst einmal die vorhandene Lernkultur und die Rahmenbedingungen zu erkunden. Erst wenn die richtigen Voraussetzungen geschaffen sind, sollte die Methode über erste Piloten getestet und der Mehrwert bewertet werden. John Kotter spricht in diesem Zusammenhang von der „Guiding Coalition“, wie sie auch in vielen großen Unternehmen inzwischen als „Guide-Netzwerk“ etabliert wurde. Hier kann lernOS, neben der formalen Hierarchie, dazu dienen, eine Netzwerkorganisation aufzubauen, die Innovation und Vernetzung vorantreibt.


Was sind deine 3 Lieblings-Tools?

  • Die passende individuelle Kombination aus Microsoft OneNote (früher Tiddlywiki), und ToDo sowie dem gesamten Office 365-Paket
  • iPhone/iPad inkl. Apps
  • YouTube-DL in Kombination mit Microsoft OneDrive als Storage

Tipp: Wer sich näher mit lernOs beschäftigen und sich gerne auch mit der Learning Community austauschen möchte, für den ist vielleicht das lernOS Camp am 25. Juni in München die richtige Anlaufstelle.


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